Religion und Spiritualität

Sieben Unterschiede

Viele Menschen verwechseln Spiritualität mit Religion oder einigen geheimnisvollen, übernatürlichen Erscheinungen. Manche denken dabei sogar an eine Sekte, dies jedoch wegen ihres Mangels an Wissen und aus Angst, manipuliert zu werden.


Wenn wir die Vergangenheit betrachten und versuchen, wahrzunehmen und zu verstehen, was Spiritualität eigentlich ist, kommen wir zu der Erkenntnis, dass sie nichts Geheimnisvolles oder Übernatürliches beinhaltet, noch in irgendeiner Art und Weise mit einer Sekte verbunden ist.


Diese 7 Unterschiede zwischen Religion und Spiritualität werden euch helfen zu verstehen, was Spiritualität tatsächlich ist.


1. Religion macht euch zum Knecht -Spiritualität macht euch frei

Religion verlangt, dass ihr einer Ideologie folgt und bestimmten Regeln gehorcht oder ihr werdet ansonsten bestraft. Spiritualität erlaubt euch, eurem Herzen zu folgen und dem, was ihr denkt, dass es richtig für euch ist. Sie macht euch frei, um das zu sein, was ihr wirklich seid, ohne sich zu allem oder jedem hin zu verbiegen, zu dem ihr nicht so richtig in Resonanz seid, denn wir sind alle eins. Es liegt in jedem Falle alles an euch zu entscheiden, was ihr wohlwollend ehrt, um es göttlich zu machen.


2. Religion lehrt euch, euch zu fürchten – Spiritualität lehrt euch, mutig zu seinen

Religion sagt euch, wovor ihr euch fürchten müsst und die Konsequenzen dessen. Spiritualität macht euch all die Konsequenzen bewusst, jedoch konzentriert sich nicht auf die Angst. Sie zeigt euch, wie ihr standhalten könnt, auch wenn ihr etwas befürchtet, wie ihr fortfahren könnt das zu tun, was ihr für den richtigen Weg haltet. Sie zeigt euch, wie ihr in Liebe und angstfrei handelt, sie zeigt euch, wie ihr mit Ängsten umgeht und den besten Nutzen daraus zieht.

 

3. Religion sagt euch, was die "Wahrheit" ist - Spiritualität lässt sie euch entdecken

Religion sagt euch, was ihr glauben sollt und was richtig ist. Spiritualität lässt euch die Wahrheit selbst entdecken und sie auf eure eigene Art und Weise verstehen. Damit könnt ihr euch an euer Höheres Selbst anbinden und mit eurem eigenen Kopf sehen, was Wahrheit ist, denn die Wahrheit ist insgesamt für jeden von uns gleich. Sie lässt euch an eure eigene Wahrheit durch die eigene Wahrnehmung eures Herzens glauben.

 

4. Religion ist von anderen Religionen getrennt – Spiritualität vereint sie

Überall in unserer Welt gibt es viele Religionen und sie alle predigen, dass ihre Geschichte die richtige Geschichte ist. Spiritualität sieht die Wahrheit in allen von ihnen und vereint sie, denn die Wahrheit ist trotz all unserer Unterschiede und unserer Einzigartigkeit dieselbe für jeden von uns. Sie ist auf die Qualität der göttlichen Botschaft konzentriert und nicht auf die trennenden Unterschiede in den Details der Geschichten, über die sie sprechen.

Lichtkristall
Lichtkristall

5. Religion macht euch abhängig – Spiritualität macht euch unabhängig

Ihr werdet nur dann als ein religiöser Mensch gesehen und als jemand, der der Glückseligkeit würdig ist, wenn ihr an religiösen Veranstaltungen teilnehmt. Spiritualität zeigt euch, dass ihr nichts Bestimmtes braucht oder es von konkreten Dingen abhängt, glücklich zu sein. Glück ist stets tief in uns selbst zu finden, und nur wir sind dafür verantwortlich. Wir befinden uns immer dort, wo es für uns richtig ist und nicht nur während der Teilnahme an einigen Veranstaltungen oder dem Aufenthalt in bestimmten Gebäuden. Die Göttlichkeit ist in uns, und deshalb sind wir ihr immer würdig.

 

6. In der Religion wird Bestrafung angewandt – In der Spiritualität versteht man das Gesetz von Ursache und Wirkung

Religion sagt, dass wenn wir bestimmten Regeln nicht gehorchen es Strafen gibt, die uns aufgrund der in uns ruhenden Überzeugungen erwarten. Die Spiritualität lässt uns verstehen, dass jedes Tun seine Folgen hat und wir erkennen, dass die Ahndung unserer Handlungen lediglich die Reaktion auf die Aktionen ist, die wir in Bewegung gesetzt haben. Es stützt sich ausschließlich auf die fundamentalen Kräfte des Universums und es ist nicht notwendig an diese Kraft zu glauben, um wahr zu sein.


7. Religion verlangt, den Wegen anderer zu folgen – Spiritualität lässt euch eure eigenen Wege erschaffen

Die Gründung einer Religion ist die Geschichte, die von einem Gott oder Göttern erzählt, ihrer Reise zur Erleuchtung und der Wahrheit, die sie gefunden haben und verlangt, dass ihr euch in deren Fußstapfen bewegt. Die Spiritualität lässt euch eure eigene Reise zur Erleuchtung beschreiten und die Wahrheit in eurer eigenen Weise entdecken, während euer Herz sagt, was richtig ist, denn die Wahrheit ist immer gleich, egal wie wir zu ihr gelangen.

 

Jede Religion entstand durch die Spiritualität und durch die Reise eines anderen Menschen, durch die dieser Gottesbewusstsein erlangte. Die Details der Geschichte sind nicht wichtig, sie helfen nur dem jeweiligen Charakter, die Wahrheit nachzuvollziehen. Die Botschaft, durch die die Wahrheit vermittelt wird ist das, was wirklich wichtig ist, der göttliche Code des menschlichen Herzens, der harmonisch in jedem von uns resoniert. Aus diesem Grund trägt jede Religion etwas Wahres in sich, die Wahrheit.


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Rundbrief

Magie und Religion

Die Ursprünge der Religion liegen im Dunkeln. Aber sicher ist, dass schon den frühesten Kulturen Bestattungsriten und kultische Handlungen zu Eigen waren, die darauf hindeuten, dass archaische Religionen Magie waren: der Versuch, auf Naturkräfte einzuwirken, die sich als mächtig und unberechenbar erwiesen und den Naturvölkern als Geistwesen erschienen. Wenn wir solche Vorstellungen heute auch belächeln, so haben doch Züge dieses magischen Denkens in der
sehr viel späteren Entwicklung der monotheistischen Religionen – Judentum, Christentum, Islam – überlebt: in Form des Gottesbildes von einem unergründlichen Schöpfer der sichtbaren Welt, den man in Form von Ritualen, Gebeten und einer bestimmten Lebensführung gnädig stimmen muss. Spätestens seit der Philosophie der Aufklärung und dem Siegeszug des naturwissenschaftlichen
Denkens im 19. Jahrhundert tut man sich im Westen immer schwerer mit den Widersprüchen, die dieser Auffassung von einem Schöpfergott, der über der Welt thront, innewohnt und als Folge davon mit Religion: »Opium fürs Volk«, wie Karl Marx es im 19. Jahrhundert provokant mit Blick auf die Missstände in der Gesellschaft formulierte, oder eine infantile Reaktion auf die menschliche
Hilflosigkeit, wie Sigmund Freud 1927 in Die Zukunft einer Illusion aus psychologischer
Sicht sagte.

 

Meiner Ansicht nach liegt diesen Aussagen eine ganz typische und weit verbreitete
Verwechselung von Magie und Religion zugrunde. Eine in dieser Hinsicht aufschlussreiche Definition im Kurs besagt: »Alle Magie ist ein Versuch, das Unvereinbare miteinander zu vereinbaren. Alle Religion ist die Einsicht, dass das Unvereinbare nicht vereinbart werden kann« (T-10.IV.1:1-2).

 

Einfach ausgedrückt: GOTT und Welt haben nichts miteinander zu tun.


Wenn wir aus der Sicht des Kurses versuchen würden zu definieren, was Religion ist, könnten wir vielleicht sagen, sie ziele darauf ab, die Hindernisse zu beseitigen, die die Erfahrung einer Dimension tiefer innerer Verbundenheit in uns verborgen halten. Um einen Satz des indischen Lehrers Krishnamurti zu zitieren: »Denn ohne den Duft der Wirklichkeit ist unser Leben seicht, materialistisch und elend, voller Spannungen und Kämpfe, Schmerz und Leid« (Religiöse Erneuerung,
Knaur, S.11).


Im Kurs heißt es über die Wirklichkeit:

»EINSSEIN ist einfach die Idee: GOTT ist ... Da ... ist kein Teil des Geistes, der sich genügend unterscheiden würde, um zu verspüren, dass ihm jetzt etwas bewusst ist, was nicht er selber ist ... «
(Ü-I.169.5:1,5).

 

Das steht im Gegensatz zur Magie, bei der wir »um Schutz für Rundbrief zu Ein Kurs in Wundern®
Magie und Religion Margarethe Randow-Tesch 2 den kleinen Traum [bitten], den [wir] gemacht ha[ben]« (Ü-I.131.2:7). Magie mit ihren Regelwerken, Zugehörigkeiten, Ritualen und Gewissheiten schirmt die Innenwelt des Ego wirksam ab; sie dient der Erhaltung der Abgrenzung und einer

zwanghaften Abwehr von existentieller Angst. Kurz: Magie zieht die Wirklichkeit in die Illusion; Religion bringt die Illusion zur Wirklichkeit, wo sie berichtigt wird.


So ist Religion nicht an eine Form gebunden; sie ist großzügig, offen und weit. Wie Wasser nimmt sie vorübergehend eine Form an, aber sie geht weit darüber hinaus. Sie äußert sich in Selbstreflexion, denn ohne Bewusstheit findet keine Verwandlung statt. Natürlich können wir nirgendwo anders beginnen als mit dem »kleinen Traum«, den wir unser Leben nennen, um seinen Zweck allmählich
zu verstehen und zu verwandeln: von der Blindheit und Begrenzung, die uns unser unbewusstes magisches Schulddenken auferlegt, über die tiefe Einsicht in das Ausmaß dieser Blindheit, hin zur Weite des Nichturteilens, die aus der Freiheit der wahren ichlosen Wesensnatur fließt. Dieser Befreiungsprozess – jenseits von Status, Formen, Systemen und Ritualen der Welt – ist ein religiöser Akt, der im Kurs Vergebung genannt wird und das Einzige, was uns je glücklich machen kann. Im Lied des Gebets in den Ergänzungen zu Ein Kurs in Wundern wird für die Vergebung das Bild einer Leiter verwendet. Die Leiter steht symbolisch für die Entwicklung unseres Verständnisses von uns und von anderen, von GOTT und der Welt – beginnend mit den magischen Anfängen bis hin zum
Zustand der Vollendung, in dem der Gedanke des Unterschieds bedeutungslos
geworden ist.


In der Tat ist Religiosität auf einer ersten Stufe zwangsläufig Magie und an einen magischen Gott gerichtet. Eine Geistesverfassung, die auf dem Gedanken eines getrennten, besonderen und verletzlichen Ich beruht, ist ja bereits selber Magie: ein illusionärer Zustand, wie wahr er uns auch erscheinen mag. Dasselbe gilt auch für die Welt, in der dieses Ich existiert. In Abwandlung von Marx und Freud ließe sich daher etwas provokant sagen: »Die Welt ist das Opium bzw. die infantile Reaktion auf die Hilflosigkeit des in Trennungsillusionen befangenen Geistes.«


Nicht an der Welt als Ort, sondern an ihrem Verwendungszweck müssen wir ansetzen. Hier ist die Veränderung vonnöten: von der Schmerzbetäubung und Ablenkung, denen die Beziehungen zu Menschen, Dingen, Substanzen und Ritualen dienen können, hin zu wertvollen Einblicken in die eigene Gedankenwelt, die wir anhand unserer Reaktionen auf die Außenwelt gewinnen.


Die Wirklichkeit kann nie völlig in Vergessenheit geraten und klingt als feine, leise Melodie immer wieder im Geist auf, so wie sie es seit Urzeiten getan hat und weiter tun wird. Wenn sich das Gehör für diese Töne entwickelt, sehen wir Magie und Religion den flüchtigen, magischen Traum der Besonderheit, den wir alle hier träumen, mit größerer Distanz und Milde. Statt zum Urteilen wird er zum Mittel, wahre Weisheit und Freiheit des Geistes zu finden.


Was bedeutet das oben Gesagte für das Verständnis des Kurses und damit für die Alltagspraxis? Dass es um gelassene Selbsterforschung, Bewusstheit und Vergebung geht. Nicht ritualistische Wiederholungen der 365 Lektionen, nicht die Beherrschung der eindrucksvollen Metaphysik, nicht die Bildung von Kursgruppen überall auf der Welt bewirken etwas Wesentliches. Das alles gehört ins Reich der Form und des Verhaltens. Das Geheimnis des wahren Kurses – wie jeder echten Religion – ist seine Melodie, die formlos und ewig ist. Wie Kenneth Wapnick am Ende seines Lebens unermüdlich wiederholte, ist der Kurs kein Buch, sondern eine Geisteshaltung, zu der wir hinwachsen, das
Lied des SELBST, das in allen klingt, formlos, still und unbeschreiblich schön. »Es ist das Lied, welches die Gabe ist. Mit ihm zugleich kommen die Obertöne, Harmonien und Echos, aber diese sind zweitrangig. Im wahren Gebet hörst du nur das Lied ... Du hast zuerst nach dem HIMMELREICH gesucht, und alles andere ist dir fürwahr gegeben worden« (L-1.I.3:2-6).


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Textquelle
Januar 2016
Magie und Religion 3
Rundbrief zu Ein Kurs in Wundern: Magie und Religion
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