Gutes besser tun

A l t r u i s m u s

Effektiver

Geld spenden geht schnell. Aber wie und wo bringt es wirklich was?

Zum Glück gibt es den Effektiven Altruismus.

'Wenn du ein komfortables Leben führst, während andere Menschen hungern

und an leicht vermeidbaren Krankheiten leiden, und du nichts dagegen tust,

ist etwas mit deinem Verhalten nicht in Ordnung.'

 

Peter Singer


Nächstenliebe

Das wohl bekannteste Beispiel, in dem die Effektivität einer Maßnahme gemessen wurde, handelt von Moskitonetzen. Die Herstellung und Verteilung eines einzelnen Moskitonetzes kostet je nach Region nur zwischen 2,50 und 7 US-Dollar. Doch nicht jedes Netz rettet einem Menschen das Leben. Dafür sind weitaus mehr Netze nötig. Verteilen wir diese flächendeckend an viele Menschen, kostet es ungefähr 3.400 Euro, um so ein Leben zu retten.

 

2015 starben ca. 438.000 Menschen weltweit an Malaria, zum größten Teil Kinder unter 5 Jahren. Auch wenn diese Zahl (noch) nicht bei 0 liegt, ist ihre Entwicklung der letzten 15 Jahre beeindruckend. Im Jahr 2000 starben noch mehr als 1 Million Menschen pro Jahr an Malaria. Während zur Jahrtausendwende nur 2% aller Kinder in Malaria-Risikogebieten unter Moskitonetzen schliefen, waren es 2015 laut Schätzungen 68%. Maßnahmen wie das effektive Verteilen von Moskitonetzen haben diesen Erfolg ermöglicht.

Selbstlosigkeit

Altruismus (lat. alter ‚der Andere‘) bedeutet in der Alltagssprache „Uneigennützigkeit, Selbstlosigkeit, durch Rücksicht auf andere gekennzeichnete Denk- und Handlungsweise“, kann bis heute jedoch nicht allgemeingültig definiert werden. Der Begriff ist nach seinem „Schöpfer“ Auguste Comte ein Gegenbegriff zu Egoismus...

 

Geben, was wir nicht brauchen

Die von William MacAskill gegründete Organisation Giving What We Can unterstützt genau solche effektiven Maßnahmen wie die flächendeckende Versorgung mit Moskitonetzen.

 

Das wichtigste Kriterium, das Hilfsorganisationen erfüllen müssen, um in die Liste der von Giving What We Can empfohlenen Organisationen aufgenommen zu werden: Sie müssen nachweisen, wie effektiv das gespendete Geld eingesetzt wird. ...

 



Wie können wir effektiver über Gutes nachdenken?

Es lohnt sich immer, über den möglichen Erfolg einer Maßnahme oder Organisation zu informieren. Ähnlich wie beim Kauf eines Produktes lohnt es sich auch hier mitzuteilen, welche »Qualität« eine Maßnahme hat. Wofür wird das Geld eingesetzt? Welche Informationen zur Umsetzung kann ich nachlesen?

 

Am Ende seines Buches listet William MacAskill Fragen auf, die Orientierung bei Entscheidungen geben können. Diese sind unabhängig davon, ob wir Geld spenden oder Zeit investieren wollen.

  • Wie vielen Menschen kann ich helfen? Und in welchem Ausmaß?
  • Ist dies das Effektivste, was ich aktuell tun kann?
  • Ist dies ein Bereich, in den noch zu wenige investieren, so dass meine Unterstützung einen großen Beitrag leisten kann?
  • Was würde passieren, wenn ich mich für etwas anderes entscheide?
  • Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass mein Handeln, um Gutes zu tun, Erfolg haben wird? Wie groß ist die mögliche Wirkung dieses Erfolgs?

Fazit

'Jeder von uns ist in der Lage, Dutzende oder Hunderte Leben zu retten, oder das Wohlbefinden von Tausenden von Menschen signifikant zu verbessern. Auch wenn über uns keine Bücher oder Filme geschrieben werden sollten, können wir alle erstaunlich viel Gutes tun …'

 

William MacAskill


Quelle

Ein Artikel von Perspective Daily...